Was sind uns alte Bäume wert?


Alte Baumriesen faszinieren: Über mehrere Generationen geben sie so etwas wie ein Gefühl von Heimat, prägen das Ortsbild und wirken als „grüne Lunge“. Für viele Lebewesen, wie Insekten und Vögel, sind sie außerdem ganz konkret Heimat: Solche Bäume haben viele Nischen, Hohlräume, in denen Fledermäuse, Siebenschläfer, Hornissen, Meisen und andere Höhlenbrüter Unterschlupf finden. Hinter losen Rindenteilen, in der rissigen Borke finden viele Insekten und Spinnen Versteckmöglichkeiten. Mit Moos und Flechten bewachsene Stämme und Äste sind Lebensraum einer vielfältigen Mikrotierwelt, die wiederum besonders im Winter von Vögeln als Nahrungsquelle genutzt wird. 

Insbesondere im Zuge der baulichen Verdichtung ist der Bestand dieser einzigartigen Ökosysteme gefährdet. Dort, wo alte Häuser Neubauten weichen müssen, oder größere bauliche Veränderungen vorgenommen werden, verschwindet mit den Gärten auch deren alter Baumbestand.  

Ihre Meinung ist gefragt!

In unserer Gemeinde Oberhaching sind mit dem BUND Naturschutz Oberhaching, der ISUS Stiftung und  dem Verkehrs- und Gartenbauverein Oberhaching e.V. drei gemeinnützige Organisationen beheimatet, denen es ein großes Anliegen ist, sich vor Ort konkret für den Klima- und Artenschutz einzusetzen. 
Mit dem Schutz von altem Baumbestand können wir lokal handeln und viel bewirken. 


Hier geht's zur Umfrage

Wir möchten daher auf diesem Gebiet weiter tätig werden (wie zum Beispiel mit einer Kartierung erhaltenswerter Bäume und/ oder die Sicherstellung von Pflegemaßnahmen für alten Baumbestand usw.).  Aber nicht, ohne Ihre Meinung zu kennen!
Denn erfolgreich können wir nur sein, wenn die Bürger/innen, die hier leben, diese Initiative mittragen.
Deshalb laden wir Sie ein, an einer kurzen Umfrage teilzunehmen. 

Davon profitieren nicht nur wir und unsere Umwelt , sondern auch Sie: Alle Fragebogen, die bei uns bis zum 15. März eingehen, nehmen an einer Verlosung teil. Zu gewinnen gibt es wertvolle Sachpreise, mit denen Sie selbst aktiv werden können, um für mehr Artenvielfalt im eigenen Garten zu sorgen. 


Auch in unserer Gemeinde finden sich  einzigartige Bäume, die wertvoll und erhaltenswert sind. Dürfen wir Ihnen vorstellen?

Eine mehr als 400 Jahre alte Eiche mit einem Stammumfang von 5,50 m in der Bergstraße und eine ca. 175 Jahre alte Tanne auf der Schielewiese, vermutlich eine Weißtanne. 

 

Vermutlich schon ca. 430 Jahre steht die Eiche in der Bergstraße in Deisenhofen. Für uns Menschen scheint das eine ewig lange Zeit zu sein. Als Eiche befindet sich dieser einzigartige Baum noch mitten im Leben. Schließlich können Eichen durchschnittlich bis zu 800 Jahre alt werden. 1200 Jahre sind aber möglich, wenn man sie lässt… Dabei geben solche Baumriesen vielen Lebewesen eine Heimat: bis zu 179 Großschmetterlingsarten, 500 holzbesiedelnden Käferarten und 500 anderen Käferarten. Ganz zu schweigen von den vielen Hautflüglern wie den wespenartigen und Bienen und Ameisen, Zweiflüglern wie Fliegen und Mücken, Wanzen und Kleinschmetterlingen, sowie Spinnen, die allesamt auch in, auf und mit der Eiche leben und wohnen, in Summe wohl so rund 1500 Arten von Lebewesen. Die Eiche in der Bergstraße ist sogar schon als Naturdenkmal ausgezeichnet. Die unte.re Naturschutzbehörde unterstützt daher auch deren Pflege.


Auf der Schielewiese findet sich eine imposante Tanne, vermutlich eine Weißtanne (das wird gerade anhand eines Tests von der Landesforschungsanstalt abgeklärt).  Ihr Stamm bringt es auf einen Umfang von 3,85 m. An Jahren ist sie mit ihren etwa 175 Lenzen  zwar um einiges jünger als die Eiche in der Bergstraße. Aber gemessen am durchschnittlichen Lebensalter ihrer Artgenossen ist sie in den besten Jahren also im Menschenalter so um die 35. Sie kann 500 bis 600 Jahre alt werden. In unseren Wäldern sind Weißtannen nicht mehr weit verbreitet, obwohl sie eine für unsere Breitengrade typische Baumart sind. Jetzt, in Zeiten des Klimawandels, erweisen sich ihre Eigenschaften als sehr wertvoll:  Sie können es auch mit trockenen Sommern gut aufnehmen. Die Tanne zählt zu den am tiefsten wurzelnden Nadelbäumen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Wurzeln der Tanne weit über ihren Kronenbereich hinauswachsen und horizontale Längen von teilweise 10 m erreichen. Dadurch ist sie sehr sturmsicher und besiedelt auch feuchtere Böden. 
Es gibt in Europa keine andere Baumart, die so hoch wächst (bis 65 m) wie die Weißtanne. Es wäre doch schön, wenn wir es gemeinsam schaffen, dass „unsere“ Weißtanne auf der Schielewiese auch an Alter, Umfang und Wuchshöhe die Rekordmarken ihrer (wenigen) Artgenossen herankommen kann. Die imposanteste ihrer Art steht im Schwarzwald: die „Großvatertanne“. Sie hat einen Stammumfang von 5,20 m.  Vergleicht man Bilder der „Großvatertanne“ mit denen von „unsere Tanne“ auf der Schielewiese, dann erscheint uns diese dank ihrer besonderen Krone als noch bemerkenswerter. Unsere Tanne hätte es daher verdient, auch ein Naturdenkmal zu sein (leider ist sie es nicht).


Ich kenne einen Baumriesen in Oberhaching. Ihre E-Mail an uns!

Es gibt sicher den einen oder anderen Baum in unserer Gemeinde, der kartiert und in einer Liste von bemerkenswerten bzw. ortsbildprägenden Bäumen aufgenommen und dessen Besitzer unterstützt werden sollte, um diese Bäume zu erhalten. Darum haben wir hier diese zwei Beispiele gezeigt, damit es verständlicher wird, warum wir unsere Umfrage starten und um welche Bäume es uns  geht. Wir freuen uns, auch von Ihnen als Besitzer solcher Prachtexemplare Fotos mit Adresse zu
erhalten, um Sie gegebenenfalls beim Erhalt dieser Bäume zu unterstützen!