Was sind uns alte Bäume wert?


Alte Baumriesen faszinieren: Über mehrere Generationen geben sie so etwas wie ein Gefühl von Heimat, prägen das Ortsbild und wirken als „grüne Lunge“. Für viele Lebewesen, wie Insekten und Vögel, sind sie außerdem ganz konkret Heimat: Solche Bäume haben viele Nischen, Hohlräume, in denen Fledermäuse, Siebenschläfer, Hornissen, Meisen und andere Höhlenbrüter Unterschlupf finden. Hinter losen Rindenteilen, in der rissigen Borke finden viele Insekten und Spinnen Versteckmöglichkeiten. Mit Moos und Flechten bewachsene Stämme und Äste sind Lebensraum einer vielfältigen Mikrotierwelt, die wiederum besonders im Winter von Vögeln als Nahrungsquelle genutzt wird. 

Insbesondere im Zuge der baulichen Verdichtung ist der Bestand dieser einzigartigen Ökosysteme gefährdet. Dort, wo alte Häuser Neubauten weichen müssen, oder größere bauliche Veränderungen vorgenommen werden, verschwindet mit den Gärten auch deren alter Baumbestand.  

Ihre Meinung war gefragt!

In unserer Gemeinde Oberhaching sind mit dem BUND Naturschutz Oberhaching, der ISUS Stiftung und  dem Verkehrs- und Gartenbauverein Oberhaching e.V. drei gemeinnützige Organisationen beheimatet, denen es ein großes Anliegen ist, sich vor Ort konkret für den Klima- und Artenschutz einzusetzen. 
Mit dem Schutz von altem Baumbestand können wir lokal handeln und viel bewirken. 

Zusammen haben wir deshalb gefragt: Was sind uns alte Bäume Wert? 
Wir bedanken uns bei 357 TeilnehmerInnen unserer Umfrage, dass sie Ihre Meinung mit uns geteilt haben! 

Hier geht es zu den Ergebnissen:


Verlosung für alle Umfrage-TeilnehmerInnen:
Die TeilnehmerInnen der Umfrage hatten die Möglichkeit, an einer Verlosung teilzunehmen. Die ISUS Stiftung und der Verkehrs- & Gartenbauverein Oberhaching e.V. haben dafür zehn attraktive Preise gespendet. Die GewinnerInnen werden bis zum 7. April ermittelt und über Ihren Preis und dessen Übergabe informiert.


Auch in unserer Gemeinde finden sich  einzigartige Bäume, die wertvoll und erhaltenswert sind. Dürfen wir Ihnen vorstellen?

Eine mehr als 400 Jahre alte Eiche mit einem Stammumfang von 5,50 m in der Bergstraße und eine ca. 175 Jahre alte Tanne auf der Schielewiese, vermutlich eine Weißtanne. 

 

Vermutlich schon ca. 430 Jahre steht die Eiche in der Bergstraße in Deisenhofen. Für uns Menschen scheint das eine ewig lange Zeit zu sein. Als Eiche befindet sich dieser einzigartige Baum noch mitten im Leben. Schließlich können Eichen durchschnittlich bis zu 800 Jahre alt werden. 1200 Jahre sind aber möglich, wenn man sie lässt… Dabei geben solche Baumriesen vielen Lebewesen eine Heimat: bis zu 179 Großschmetterlingsarten, 500 holzbesiedelnden Käferarten und 500 anderen Käferarten. Ganz zu schweigen von den vielen Hautflüglern wie den wespenartigen und Bienen und Ameisen, Zweiflüglern wie Fliegen und Mücken, Wanzen und Kleinschmetterlingen, sowie Spinnen, die allesamt auch in, auf und mit der Eiche leben und wohnen, in Summe wohl so rund 1500 Arten von Lebewesen. Die Eiche in der Bergstraße ist sogar schon als Naturdenkmal ausgezeichnet. Die unte.re Naturschutzbehörde unterstützt daher auch deren Pflege.


Auf der Schielewiese findet sich eine imposante Tanne.  Ihr Stamm bringt es auf einen Umfang von 3,85 m. An Jahren ist sie mit ihren etwa 175 Lenzen  zwar um einiges jünger als die Eiche in der Bergstraße. Aber gemessen am durchschnittlichen Lebensalter ihrer Artgenossen ist sie in den besten Jahren also im Menschenalter so um die 35. Wir wollten mehr über die Tanne erfahren, insbesondere hat uns interessiert, um welche Tannenart es sich dabei genau handelt. Wir haben deshalb Rat bei der Universität Bayereuth gesucht. Und die Experten dort, konnten uns Erstaunliches mitteilen:

„Unsere Tanne“ sei eine Naturhybride zwischen der heimischen Weiß-Tanne (Abies alba) und der Griechischen Tanne (Abies cephalonica), so der Forstwissenschaftler Georg Aas, Direktor des Ökologisch-Botanischen Gartens der Universität Bayreuth.

Angesichts des Klimawandels sei eine solche Naturhybride bzw. deren Samen besonders wertvoll: Denn der „griechische Anteil“ sorge dafür, dass der Baum auch mit einer zunehmenden Trockenheit gut umgehen könne. Doch wie hat sich diese deutsch-griechische Mischung in Oberhaching ansiedeln können? Auf diese Frage liefert uns der Forstwissenschaftler aus Bayreuth zwei mögliche Antworten: Eine Erklärung könnte sein, dass ein Weltenbummler einst die Samen der griechischen Tanne hier verstreut habe und sich so die Naturhybride entwickelt hat. Die zweite mögliche Antwort könnte ein Trend in der Forstwirtschaft von vor 100 Jahren liefern: Damals begann man damit unterschiedliche Tannensamen aus den süd-östlichen Regionen in heimisches Saatgut einzubringen. 


Kennen Sie auch solche Baumriesen in Oberhaching? Wächst sogar auf Ihrem Grundstück schon seit Generationen ein solcher Baum?